Zweite Ansätze

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Nachdem keine wirklich akzeptablen Transportangebote über Land dabei waren (nebenbei geht so ein Transport eigentlich gegen jede Seglerehre), ist die Entscheidung Anfang der Woche gefallen: Zirkon wird auf eigenem Kiel nach Holland reisen!
Obwohl das eigentlich ein Grund zum Feiern ist, haben wir dafür leider keine Zeit denn es gibt unheimlich viel zu erledigen da es bereits am 1.7.2013 losgehen wird.
Neben den nötigen Sicherheitstechnischen Anschaffungen wie 3 neuen 275N Hochseeschwimmwesten, einem Kartenplotter, einem AIS Transceiver, einem Funkgerät mit DSC Funktion sowie einem aktiven XS Band Radarreflektor, gilt es eben diese Geräte im Eilverfahren bei der Bundesnetzagentur an zu melden um diese auch betreiben zu Können/dürfen.
Ausserdem muss die Kaskoversicherung auf uns umgeschrieben werden und ein Internationaler Bootsschein beantragt werden.
Schön in diesem ganzen Tohuwabohu ist allerdings dass sämtliche Behörden sehr zuvorkommend sind und einige eine Bearbeitung inklusive Anfertigung/Auslieferung innerhalb von 2 Tagen (gegen Aufpreis natürlich) anbieten.
Das wünscht man sich von so manch anderer Behörde in Deutschland so manches mal auch.
Die Liste der noch zu besorgenden Dinge wie Seekarten in digitaler und Papierform sowie vieler Kleinigkeiten die für eine solche Reise notwenidig sind ist zwar noch lang, besteht aber zum Glück mehr und mehr aus abgehakten Positionen.

Sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand soll es dann am 1.-2.7 losgehen.
Die erste Etappe wird uns nördlich von Ibiza an der spanischen Küste entlang, durch die Meerenge von Gibraltar in den Atlantik und hoffentlich bis Lissabon führen. Das sind 615 Seemeilen für die 9-10 Tage eingeplant sind. Bei einem durchschnittlichen Etmal von 100 Seemeilen sollte es zu schaffen sein, wird aber eine harte Nonstop Reise.

Die zweite Etappe starten wir zwischen dem 11.7. und dem 13.7. in Lissabon.
Der liebe Chris Toph und ein Freund von ihm steigen dann für die wohl spannenste Strecke bis zum 24.7. an Bord.
Zunächst geht es ca 260 Seemeilen gen Norden an der portugisischen Küste entlang bis nach A Coruna.
Dort werden wir auf eine gute Wettervorhersage für die Biskaya warten bevor es gilt die schwierigsten 350-400 Seemeilen bis Brest zu überwinden.
Auf diesem Teilstück werden wir echte Hochseeluft schnuppern können und ca 4-5 Tage ausserhalb der Funkreichweite auf dem offenen Atlantik in einem der berüchtigsten Seegebiete Europas unterwegs sein.
Evtl. werde ich hierfür noch ein Satelitentelefon mieten damit wir jeden Abend die Nerven der besseren Hälften beruhigen können.
Wenn alles gut läuft werden wir zwischen dem 20.7. und dem 23.7. in Brest einlaufen.

Die dritte Etappe führt dann zusammen mit Swen und Jan spätestens ab dem 25.7. ca 10 Tage lang durch den Ärmelkanal.
Dieses Stück der Reise wird wohl das anspruchsvollste da wir in einem der meistbefahrenen Seewege der Welt unterwegs sein werden und ein Großteil der Sicherheitsausrüstung extra für diesen Abschnitt angeschafft wurde um nicht „unter die Räder“ der Riesenschiffe zu geraten.
Vom Gefühl her ist dieser Abschnitt mit dem Gefühl zu vergleichen was höchstwahrscheinlich aufkommen würde wenn man mit einem Rollstuhl auf dem Standstreifen der A3 von Köln nach Frankfurt fahren würde.
Aber wir sind gut ausgerüstet und daher wird es sicherlich eine spannende aber auch sehr schöne Erfahrung.

Soweit also die momentane Lage der Dinge, die gespannte Erwartung steigt von Tag zu Tag und die Anspannung sinkt mit jedem Haken auf der To Do Liste.

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