Winterlager Ahoi!

Am 21.09. haben wir uns zu nachtschlafender Zeit auf den Weg zum Flughafen gemacht um uns ein weiteres Mal Richtung Portugal auf zu machen.


Da wir so früh losgeflogen sind, hatten wir noch den kompletten Samstag vor uns, was perfekt passte da wir ja die Taschen voller neuer Stößel hatten (der aufmerksame Leser wird wissen warum).
Also erst mal Kaffee machen und ab in den Motorraum.
Die beiden neuen Stößel wurden eingebaut, sowie eine zweite,  funtionierende Glühkerze (die alte war noch eine nicht angeschlossene, die mit Vorwiderstand betrieben werden musste).
Und dann wurde es spannend, wir haben den Zündschlüssel erstmals umgedreht und dann… nun ja, erst mal nicht viel- aber wer unseren Motor kennt der weiß: „Aller guten Dinge sind (immer mindestens) drei!“
Nun ja, drei waren es diesmal leider nicht ganz, sondern ein paar mehr Versuche und auch den Einsatz von Starterspray haben wir nicht wirklich gescheut.

Und dann, ja dann, ist er auf einmal angesprungen und die Freude war groß- zunächst…

Der Sonntag war dann frei, also beinahe. Bei Strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen haben wir uns zunächst an eine defekte Fußpumpe gemacht. Diese hatte nämlich bei jedem Gebrauch kleine Mengen an Wasser in der Pantry verteilt – nicht schlimm, aber auch nicht schön. Also haben wir das gute Stück in seine Einzelteile zerlegt und den Fehler ziemlich schnell entdeckt – ein großer Riss in der Membran war der Übeltäter. Selbstverständlich hatten wir das passende Servicekit an Bord- wie könnte es auch anders sein. Fehler behoben – Pantry trocken!

Als nächstes war eine unserer Gibb Winschen an der Reihe. Auseinander bauen, reinigen, fetten, zusammenbauen. Was so simpel klingt hat tatsächlich einige Zeit in Anspruch genommen. Das Reinigen war eine riesen Sauerei und Fummelei, aber am Schluss hat es sich wirklich gelohnt – sie schnurrt jetzt wieder wie ein Kätzchen.

Am Montag war Shoppen angesagt! Und was hier jetzt wie der Traum einer jeder Frau klingt, war im Wirklichkeit eher ernüchternd. Zuerst machten wir uns auf den Liegeplatz für die kommende Zeit zu bezahlen und einen Termin fürs Kranen zu vereinbaren.
Eigentlich hätten wir uns gewünscht das Boot am Freitag aus dem Wasser zu holen um die Zeit auf dem Wasser noch möglichst lange genießen zu können. Ein nahender Sturm machte uns aber einen Strich durch die Rechnung – also Kranen am Mittwoch (stellte sich im späteren Verlauf als goldrichtig heraus!).
Die nächste Station unserer kleinen Shoppingtour war der Marinebedarf im Hafen. Hier zahlten wir die Miete für den Bock und erkundigten uns über Preise und Verfügbarkeiten bzgl. Bootslacken – ach ja, ganz vergessen selbstverständlich wurde ich am Flughafen wieder ausgerufen – wie könnte es auch anders sein!? Diesmal war es nicht die gemeingefährliche automatische Schwimmweste die die Flugsicherheit unserer Mitreisenden extremst gefährdete, sondern der (zugegebenermaßen) hoch entzündliche Bootslack den ich in meinem Koffer hatte. Meine Aussage, es handle sich um einen Biolack speziell für den Innenraum, überprüfte der Pflichtbewusste Flughafenmitarbeiter aufgrund eines fehlenden Etiketts unter Einsatz seiner Geruchsnerven mit seinem Riechorgan – Ergebnis: „Also beim besten Willen, aber der Lack kann auf keinen Fall mit.“ Nun ja, probieren kann man es ja mal…
Zurück nach Portugal, wo es zwar fast alles irgendwie um Längen billiger gibt als bei uns, aber Lacke leider nicht.

Nachdem wir beinahe unser komplettes Budget innerhalb von einer Stunde verbraten hatten, entschlossen wir uns einen kleinen Ausflug in den örtlichen Baumarkt zu unternehmen. Auf unserer Liste befanden sich Beize, eine Holzleiste sowie ein Wasserhahn. Letzterer für die Küche wo wir noch eine elektrische Salzwasserpumpe installieren möchten (dass aber dann nächstes Mal, haben wir irgendwie dann doch nicht mehr geschafft).
Die Holzleiste haben wir für den Navitisch gekauft. Da uns die Optik immer noch nicht gefällt wollten wir mit der Leiste die Große weiße Fläche hinter der sich das AIS und der Verstärker befinden brechen.
In beinahe meditativem Zustand habe ich dann von Hand Kanten gebrochen und Rundungen erzeugt wo vorher Ecken waren- traumhaft.
Hanno hat sich unterdessen das Vorschiff vorgenommen, mit dem Ziel am Schluss die Maße für unser neues, größeres (!!!) Bett zu haben.
Dass hatte dann auch einen weiteren Besuch im Baumarkt am nächsten Tag zur Folge.
Und nach etlichen Stunden Arbeit dann auch eine erste Nacht im „neuen“ Bett- zwar noch ohne passende Matratze, aber immerhin schon mal mit dem Gefühl von unendlicher Weite…

Am Mittwochmorgen war es dann soweit; Kranen!
Wir waren schon früh auf um den Motor zu starten und die letzten Kleinigkeiten zu erledigen. Der Motor lief auch ziemlich direkt, das Problem mit der Drehzahl bestand aber nach wie vor. Wir hatten aber bereits am Dienstag bei den Zuständigen Bescheid gesagt, dass der Motor evtl. nicht genug Power hat. Daher kamen diese dann direkt mit einem Motorboot welches uns ins Schlepptau nahm. Gott sei Dank, denn der Wind hatte bereits aufgefrischt und unser Motor wäre mit ziemlicher Sicherheit zu schwach gewesen um es aus eigener Kraft zum Kran zu schaffen.
Für mich war es das erste Mal Kranen und ganz schön aufregend. Ich war froh als wir vom Boot waren und somit keine Verantwortung mehr hatten.
Ja und dann kam der große Moment, das erste Mal das Unterwasserschiff begutachten. Ja und dann waren sie dahin, die letzten Fünkchen Hoffnung doch von der Osmose verschont geblieben zu sein und die Realität traf uns in vollem und unerbittlichem Umfang.
Unsere Zirkon sieht von unten aus wie ein Akne geplagter Teenager!
Naja, dann lohnt sich die ganze Arbeit wenigstens richtig, der ganze Aufwand für nur ein paar Bläschen- dann doch lieber so… oder doch nicht!? Keine Ahnung, aber et is wie et is (so sagen das die Kölner).
Was wirklich beeindrucken war, war die Sorgfalt und Inbrunst mit der der Mitarbeiter der Firma mit dem Hochdruckstrahler unser Boot gesäubert hat- wir sind große Fans von ihm. Und nicht minder beeindruckend war der ganze Schmodder der sich seit Mallorca wieder am Unterwasserschiff festgesetzt hatte- man bedenke, dass wir kurz vor der Abfahrt noch einen Taucher dran hatten…

Als dann alles vorbei war, nach ca. drei Stunden im Regen, war das erste was uns Aufgefallen ist, dass die Zirkon nun ein wenig hecklastig liegt- Füße hochlegen hat man jetzt quasi von alleine. Ansonsten liegt sie aber gut und vor allem stabil.

Den Rest des Tages haben wir dann genutzt um das Vorschiff fertig zu machen. Hanno hat mit dem Forstnerbohrer für die Durchlüftung unseres neuen Betts gesorgt und es anschließen noch lackiert. Ich habe in dieser Zeit das komplette Vorschiff ausgeräumt, ausgemistet und dann komplett gereinigt.
In einer Nacht und Nebel Aktion hat Hanno dann noch das Großsegel geborgen, was ziemlich gut war denn auf Grund des Sturms und des Regens hätten wir es im späteren Verlauf nicht mehr bergen bzw. trocknen können.

Krankheitsbedingt ist der komplette Donnerstag in Wasser gefallen. Außer einem kleinen Ausflug zur Apotheke und zum Supermarkt, im strömenden Regen, haben wir nicht viel gemacht.

Die letzten Tage haben wir vor allem damit verbracht undichte Stellen im Boot zu lokalisieren und ab zu dichten, was aufgrund des starken Regens gar nicht mal so schwer war. Eigentlich war es nur eine Stelle im Vorschiff und eine unterhalb der Schiebelukgarage, aber die haben uns ganz schön auf Trapp gehalten. Die Luke im Salon soll eh erneuert werden weswegen wir hier gar keinen Versuch unternommen haben das ganze abzudichten und stattdessen einfach eine bereits vorhandene Abdeckplane darüber gespannt haben.
Hanno hat eine kurze Regenpause genutzt um eines der Seeventile auszubauen, auch diese sollen zur kommenden Saison erneuert werden.

Und dann war unser kleiner Kurztrip auch schon wieder zu ende. Zwar haben wir nicht alles geschafft was wir uns vorgenommen hatten, allerdings lag das auch ein wenig am Wetter und geschafft haben wir ja doch einiges.

 

Unser erstes Mal an Land, ganzschön spannend.
IMG_0919

Der fleissige Mann mit dem Hochdruckstrahler..IMG_0923

Nach dem Einbau der Stößel folgt das Einstellen der Ventile.
Motor 1

Stauraum unter der Vorschiffskoje leergeräumt…Vorschiff leer

 

2 Gedanken zu “Winterlager Ahoi!

  1. Hallo,
    ich will nicht klugscheissen, aber bei diese ganze Motorreperaturgeschichte fehlt mir das aller absolut offensichtliche. Wenn der Motor im Lehrlauf normal läuft und auch höhere Drehzahlen problemlos erreicht aber unter Last nicht, dan ist ist das in erster Linie mal ein Dieselproblem. Mit zimlicher Sciherheit entweder der Vorfilter oder Feinfilter oder Beide verdreckt. Hab geschaut ob das mal irgenwo im Text erwähnt wird, finds aber nicht. Kann das echt sein das ihr die Dieselfilter noch nicht getauscht habt? Oder hats soviel Rost un Schlamm im Tank das die sofort wieder zugehen?
    LG
    Andreas

    • Hallo Andreas,

      die Filter waren eine der ersten Dinge die wir gecheckt haben- alles gut und sauber und auch der Tank ist i.O.
      Mal sehen, der nächste Portugal-Besuch wird hoffentlich mehr Aufschluss bringen… ein zwei Asse/ Ideen haben wir noch im Ärmel 😉

      LG

      Nina+Hanno

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