Kurz und nicht ganz schmerzlos

Was für ein Roadtrip:
Freitag den 9.6. morgens um 6 in Köln gestartet und dann 2100 Km quer durch Deutschland, Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal. Kurz vor Biarritz haben wir uns für einige Stunden ein Motelzimmer genommen um Samstag die verbleibenden 800 Km abzureissen. Samstag Nachmittag um 15h sind wir dann angekommen und haben uns bei einigen Bieren erstmal häuslich eingerichtet.


Sonntag haben wir dann noch die Bilge soweit es ging gereinigt bevor wir Uwe, den Mechaniker am Flughafen Porto abgeholt haben.
Ab Montag ging dann alles Schlag auf Schlag: Innerhalb weniger Stunden war der Motor zerlegt und die Probleme ermittelt. Durch nicht vorhandene Schmierölzufuhr im Zylinderkopfdeckel liefen die Kipphebel, Stößel und Ventile völlig trocken, was ein klemmendes Ventil zur folge hatte welches dann wiederrum den Ventilsitz im Zylinderkopf ruiniert hat. Daher auch die viel zu geringe Kompression die wir beim letzten mal gemessen haben.
Zum Glück hatten wir letzten Sommer schon einen örtlichen Maschinenmann gefunden der uns durch alte Fischerbootsdiesel in seiner offenen Garage aufgefallen war, ein Meister seines Faches. Obwohl wir kein Wort verstanden haben war klar: sobald die Ventile aus Dänemark bei uns eintreffen geht es ganz schnell. Pünktlich zu meinem Geburtstag am Mittwoch kam dann das ersehnte Paket von NordSabb und die Ventile gingen sofort zu dem Motormann: Ansage: The day after Tomorrow…
Also Freitag mit Nina (die wir Donnerstag vom Flughafen abgeholt haben) hin und siehe da: Perfekte Arbeit! Mit nem riesen Grinsen zurück zum Schiff und direkt weiter zum Baumarkt und zum Fleischer, denn heute wollte ich meinen Geburtstag nachfeiern. Doch vorher noch schnell das Antifouling streichen (eine dankbare Arbeit).


Während mein Vater und Uwe den Motor wieder zusammengebaut haben, wurde von Nina und mir das „Happy Birthday und der Motor ist gerettet Barbeque“ vorbereitet. Vielen Dank an dieser Stelle an Kristian und Katrin von der Charlie für die super Idee mit dem argentinischenn BBQ. Würstchen Grillen ist ab jetzt passee.
Am Wochenende haben wir dann alle Vollgas gegeben um die gesamte Peripherie vom Motor wieder an zu bauen und das Schiff zum Kranen vor zu bereiten. Unter anderem auch mal das komplette Vorschiff und die Backskisten leergeräumt und alles nicht benötigte ins Auto verfrachtet.
>Für Diejenigen die es interessiert werde ich die Tage nochmal einen separaten Beitrag zum Motor verfassen.<
Am Dienstag haben wir dann mal wieder den portugisischen Norder in all seiner herrlichkeit erlebt: kalter Nordwind stabil um die 5-6 Bft. und starker Regen…so haben wir unseren Krantermin um 16h schon schwinden sehen. Pünktlich um 16h hat dann aber der Wind nachgelassen und kurz darauf auch der Regen aufghört so dass wir nach dem Anlegen am Steg sogar ein Bier in der Abendsonne geniessen konnten.


Alles Weitere war dann Makulatur: den Mechaniker zum Dank noch ein letztes Mal bekochen und abfüllen bevor er am nächsten Tag zurück nach Hause geflogen ist.
Die nächsten Tage haben wir dann damit verbracht kleinere Arbeiten im Schiff zu erledigen und auch das Schiffsinnere mal ordentlich aus zu misten und auf zu räumen.
Donnerstag ist Nina zurück nach Köln geflogen und Samstag sind mein Vater und ich dann mit der wieder hoffnungslos überladenen Kiste die Heimreise angetreten.

Neben der Reperatur vom Motor haben wir auch noch einige andere Baustellen fertig gestellt:
– überholte Ankerwinsch montiert
– überholten Sailomat montiert und die Windfahnen noch schnell neu lackiert
– Bilge gereinigt
– Trinkwassertank gereinigt
– Ankerspill entrümpelt, zulaminiert und einen Abfluß in die Bilge gelegt
– alle schwergängigen Winschen gereinigt und gefettet
– neuen Dieselfilter montiert
– komplette Wellenanlage inklusive Stevenrohr und neuem Wellenlager montiert
– Antifouling gestrichen
– Backskisten gereinigt und entrümpelt
– Handlenzpumpe mit neuen Membranen bestückt

Alles in Allem sind wir damit technisch mit dem Rumpf fast durch, alles weitere ist „nur“ noch Kosmetik. Im nächsten Winter steht dann die Überholung vom Rigg an und dann ist die alte Lady zumindest technisch wieder gut am Start. Aber das machen wir dann hoffentlich in der Halle in Holland.
Ende Juni werden wir noch die letzten liegen gebliebenen Baustellen fertig stellen und sollte dann ein gutes Wetterfenster da sein wird der Rest der Crew eingeflogen und auf geht’s nach Holland.

 

 

2 Gedanken zu “Kurz und nicht ganz schmerzlos

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